Die Magie der Unterwasserfotografie

Eine andere Welt unter Wasser Einige Leute spezialisieren sich. Zum Beispiel schießen Wracktaucher am liebsten Fotos im historischen Stil von bekannten Schiffswracks. Andere sind echte Fans der Unterwasserflora und -Fauna und nehmen ihre Kamera mit in die Tiefe, um Bilder der leuchtenden Fische oder das erstaunliche Leben an den Korallenriffs aufzunehmen, wie zum Beispiel im Great Barrier Reef vor Australiens Ostküste oder in der Whitsunday Passage. Wo auch immer Ihr Interesse liegt, Unterwasserfotografie kann Ihnen eine neue Welt eröffnen.

PADI-Kurse in Unterwasserfotografie
Wer Unterwasserfotografie ernsthaft betreiben möchte, kann einen Kurs in dieser Kunst besuchen, der von den meisten der PADI (Professional Association of Dive Instructors) - Shops angeboten wird. Zusätzlich zur Theorie der Fotografie im Klassenraum schließen die meisten PADI-Kurse mindestens zwei begleitete Tauchgänge zum Fotografieren ein. Ein Kurs deckt in der Regel vom fotografischen Basiswissen bis zur richtigen Methode, dieses unter Wasser anzuwenden, alles ab.

Vertraut sein mit dem Handwerkszeug
Wenn man an einem Kurs teilnimmt sollte man die Kameraausrüstung, die man später benutzen will, dabeihaben. Es ist unabdingbar, seine Ausrüstung durch und durch zu kennen. Idealerweise kennt und versteht man jedes relevante Detail der eigenen Ausrüstung. Man braucht nicht gleich mit dem Besten und Teuersten zu beginnen. In den letzten Jahren gab es einen deutlichen Zuwachs an Einsteiger- Fotografen, die mit einem geringen Einsatz an finanziellen Mitteln zum Teil erstaunlich professionelle Fotos produzieren. Das allerdings ist weder Zauberei noch allein der modernen Kameratechnik zu verdanken. In den meisten Fällen liegen harte Arbeit und eine stattliche Anzahl an Tauchgängen zwischen dem ersten Bild und dem ersten guten Bild.

Der Weg zum Erfolg
Die sichere Formel, ein guter Fotograf zu werden, lautet: Bilder machen, so viel und so oft wie möglich! Es gibt einfach keinen Ersatz für echte, eigene Erfahrung. Ein guter Tipp ist es, mehrere Fotos von verschiedenen Motiven zu machen, wobei man aus unterschiedlichen Blickwinkeln und mit verschiedenen Aufnahmetechniken fotografieren sollte.

Bilder, die nur einen der unten genannten Fehler aufweisen - egal, wie schön sie auch sein mögen - gehören ins persönliche Erinnerungsalbum, aber nicht in einen Wettbewerb! Grundsätzlich gilt: Das Motiv ist der Antrieb. Der Wettbewerbsfotograf selektiert und richtet seine Kamera auf jene Motive, die das besondere Bild verheißen.

Fünf goldene Regeln
Das Tauchmagazin Unterwasser.de richtet regelmäßig Fotowettbewerbe für Unterwasseraufnahmen aus. Um den Einstieg in den Fotowettbewerb zu erleichtern, erläutert der renommierte Wettbewerbsfotograf Eckhard Krumpholz in den folgenden Beiträgen die "Fünf Regeln für Unterwasserfotografie.

 

Die fünf Todsünden
  • 1.Das Bild ist unscharf, verwackelt oder verrauscht!
  • 2. Das Bild ist stark über- oder unterbelichtet!
  • 3. Das Tier"flieht" aus dem Bild, ist also von hinten abgelichtet!
  • 4. Auf dem Bild ist kein Motiv zu erkennen!
  • 5. Datums- oder Nameseinblendungen gehören in kein Wettbewerbsbild!

Stimmige Kompositionen
Mehrere Bilder von einem Motiv sind besser als ein Bild von vielen Motiven. Das Ziel ist die wohlkomponierte Aufnahme, die den Betrachter in ihren Bann zieht und beeindruckt. So können auch Allerweltsmotive durch einen absolut ungewöhnlichen Blick überzeugen. Deshalb bewertet eine Jury nicht in erster Linie die Ausgefallenheit des Motivs. Wichtiger ist die stimmige Komposition von Bildidee, Gestaltung und technischer Umsetzung.

Die richtige Balance
Die Balance zwischen dem natürlichen und dem künstlichen Licht zu treffen, gilt als hohe Kunst in der UW-Fotografie. Dazu wird zunächst das Blau des Wassers angemessen und die Blitzleistung an den ermittelten Zeit / Blendenwert angepasst. Weitwinkelaufnahmen verhilft ein Rotfilter für Farbe außerhalb des Blitzbereiches.

Gut zu wissen
Als goldene Regel gilt: Die Augen bei einem Tier müssen scharf sein. Was wenige Nutzer von Digitalkameras wissen: Je kleiner das Chipformat, desto größer die Tiefenschärfe. Durch die kleineren Aufnahmesensoren bieten Kompaktkameras mit kleinem Sensor eine von Haus aus größere Schärfentiefe, die bei Makroaufnahmen zu sensationellen Ergebnissen führen kann. Spiegelreflex- Fotografen sollten gerade bei Nah- und Makroaufnahmen viel häufiger auf die manuelle Fokussierung umschalten oder mit dem Autofocus- Lock arbeiten.

Positionierung des Hauptmotivs
Die Position entsteht, wenn das Aufnahmeformat gedanklich horizontal wie vertikal dreigeteilt wird. Dort, wo sich die Linien schneiden, befindet sich ein Punkt im Goldenen Schnitt (bei einigen Digitalkameras ist dieses Gitternetzfeld sogar einblendbar). An welcher »Kreuzung« das Hauptmotiv positioniert wird, bleibt dem Fotografen überlassen – die Bildmitte scheidet aber grundsätzlich aus.

Linienführung und Abstände
Zusätzlich sollte eine durchdachte Linienführung den Betrachter auf bildwichtige Gegenstände lenken und ihn durch das Bild führen. Waagerechte Linien erwecken den Eindruck von Ruhe. Eine starke Diagonale erzeugt Spannung und Dynamik. Speziell Fische können entlang der Bilddiagonalen fotografiert werden. Wenn ein Fisch nach rechts schaut, sollte sich dort auch der größte Abstand zum Bildrand befinden.

Dynamik ins Bild
Die einfachste und beste Abhilfe lautet »Näher ran!« Grundsätzlich sollten Tiere nur in Augenhöhe oder tiefer aufgenommen werden. Die spannendste Aufnahmerichtung dabei ist von unten nach oben. Der aufwärts gelenkte Blick bringt Dynamik ins Bild und erlaubt oft, die Sonne oder gar die Wasseroberfläche mit in die Komposition einzubeziehen. Der Hintergrund sollte bei der Komposition nie außer Acht gelassen werden, sondern das Motiv freistellen. Was sich im ersten Moment sehr kompliziert anhört, ist es unter Wasser gar nicht, denn dort bewegen wir uns in drei Dimensionen und können meist in die richtige Perspektive schwimmen.
 

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